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Osteopathie in der Schwangerschaft

  • 14. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Osteopathie ist eine traditionelle alternative Heilkunde, die den Menschen als Individuum ansieht und ganzheitlich behandelt. Dabei kommen u.a. manuelle Techniken zum Einsatz, welche nicht nur den skeletalen Körper behandeln, sondern auch Einfluss auf den myofaszialen, lymphatischen, vasculären (Gefäße), neurologischen und hormonellen Aspekt haben.

Vor allem in der Schwangerschaft kommen viele Frauen zur osteopathischen Behandlung. Hierbei werden sanfte Techniken verwendet, um den Organismus bei der Arbeit neues Leben zu schaffen nicht zu stören. Also keine Angst vor „knaxer“ Techniken, diese werden auch aufgrund der Hormone in der Schwangerschaft, die die Bänder an Gelenken weicher machen, nicht angewendet.

 

Es macht durchaus Sinn, sich bereits mit bestehendem Kinderwunsch bzw. -planung einen Osteopathie-Termin zu vereinbaren.

Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Hormonachse gelegt. Mit v. a. cranialen Techniken aus der cranio-sacralen Osteopathie (sanfte Osteopathie am Kopf und Kreuzbein) wird die Verbindung der Hormonsteuerzentrale, der Hypophyse, zu den Geschlechtsorganen betrachtet.

Neben der hormonellen Balance können auch bestehende Traumen aufgelöst werden. Diese können z. B. durch Stürze auf die Beckenschaufel oder Steißbein, aber auch emotional entstehen. Die Durchblutung und Stellung der Organe im kleinen Becken, also Gebärmutter und Eierstöcke z. B., werden bei einer osteopathischen Behandlung mit einbezogen. So kann ein „gemütliches Nest“ vorbereitet werden.

Ein Behandlungstermin macht auch bei einer Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung Sinn.

Im weiteren Schwangerschaftsverlauf bieten sich drei Behandlungstermine an. Laut Studien haben osteopathisch Begleitete Frauen eine „leichtere“ Geburt.

Der erste Termin ist im ersten Trimester sinnvoll. Hier kann der weibliche Körper bei der hormonellen Umstellung unterstützt werden und Beschwerden, wie Übelkeit/Erbrechen oder Müdigkeit/Mattigkeit, können gelindert werden.

Vor allem aber steht bei diesem Termin das sogenannte „intrauterine Bonding“ im Vordergrund. Diesem wird mindestens ein genauso großer Stellenwert zugeschrieben, wie dem Bonding nach der Geburt. Die Verbindung von Mutter und Kind ist extrem wichtig, da der Embryo jede Emotion und Lebenslage durch Hormone, Herzschlag und Stimmung mitbekommt, was das wachsende Kind bereits jetzt für die Zukunft prägt. Damit die intrauterine Kommunikation positiv verläuft, laden wir die werdende Mutter ein, ihren Körper voll und ganz auf die Schwangerschaft einzulassen. Veränderung zuzulassen und auch die nötigen Erholungspausen sich zu genehmigen.  Der Frau soll es in der Schwangerschaft gut gehen – emotional und physisch, kein Stress.

 

Im weiteren Verlauf können die Behandlungen individuell angepasst werden, je nach Bedarf.

Mögliche Beschwerden, wie z.B.  Rückenschmerzen oder Probleme mit dem ISG können gelindert werden. Druckentlastung und eine neue Balance für den veränderten Körperschwerpunkt stehen bei der osteopathischen Arbeit im Vordergrund. Aber auch bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Sodbrennen, Hämorrhoiden, Ödeme oder Schlafstörungen /Müdigkeit kann osteopathisch Abhilfe geschaffen werden.

Auch bei Regelwidrigkeiten der Kindslage, z. B. Beckenendlage, ist die Osteopathie eine sinnvolle Hilfestellung, um Spannungen im Becken zu lösen, Platz zu schaffen und dein Kind einzuladen, die „richtige“ Geburtsposition einzunehmen.

Gegen Ende der Schwangerschaft, ca. ab der 34. SSW, ist es mir ein besonderes Anliegen, die Frauen mit einem geburtsvorbereitenden osteopathischen Check zu behandeln. Hier wird nochmals besonderes Augenmerk auf die Hormonachse gelegt und auch die Beweglichkeit im Becken in den Vordergrund gerückt. Wir versuchen, den Körper und Geist optimal auf die Geburt einzustellen.

 

Nach der Geburt ist die osteopathische Behandlung nicht nur für das Kind von Vorteil, sondern auch für die Mutter, denn auch sie wurde „frischgeboren“.

Die hormonelle Neueinstellung, Stillen, Haltungsprobleme bzw. Rückenschmerzen oder aber auch die Veränderungen (körperlich und emotional) können Themen sein, die osteopathische Behandlung verlangen.

Auch die Heilung von Narben durch Geburtsverletzung oder vom Kaiserschnitt können mit behandelt werden und so zu einer besseren Wundheilung beitragen.

Vielleicht darf es aber auch einfach eine Me-time werden, um dein Nervensystem zu beruhigen, zu entspannen und als Mama neu durchzustarten.

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